31. März 2017

Behördenversagen mit blutigem Ausgang

Die LINKE hat mit Entsetzen Kenntnis genommen von den blutigen Geschehnissen bei dem fragwürdigen Abschiebeversuch einer albanischen Familie.

Die Familie hatte vergeblich Asyl beantragt und sollte in das angeblich sichere Herkunftsland Albanien abgeschoben werden. Eine posttraumatische Belastungsstörung, unter der die Mutter mehrerer Kinder seit der Ermordung ihres Bruders litt, war seit langem bekannt und wurde fachärztlich behandelt. Die Behörden sahen in der Suizidgefährdung der Frau aber keinen Hinderungsgrund für eine Abschiebung der sichtlich um Integration bemühten Familie. Die Verzweiflungstat der Mutter, die sich zunächst selbst verletzte und beim Entreißen des Messers durch Polizisten eine weitere Verletzung erlitt, war das schreckliche Ende einer fragwürdigen Abschiebemaßnahme, die so nie hätte stattfinden dürfen.

Günter Matthiessen, Stadtverordneter der LINKEN erklärt dazu: "Die blutigen Geschehnisse dieses unsäglichen Abschiebeversuchs hinterlassen nicht nur eine Körperverletzung, sondern ebenfalls eine Retraumatisierung der bereits suizidgefährdeten Mutter und außerdem völlig verstörte Kinder. Eine posttraumatische Belastungsstörung ist eine schwere psychische Erkrankung. Das Gesundheitsamt und die Ausländerbehörde haben dies nicht angemessen berücksichtigt. Die LINKE fordert den sofortigen Stopp der Abschiebebemühungen. Gesundheitsamt und Ausländerbehörde dürfen sich nicht gegenseitig die Verantwortung zuschieben. Wollte die Ausländerbehörde bewusst ein Exempel statuieren, um zu zeigen, dass jetzt auch psychisch Kranke abgeschoben werden? Das Behördenversagen muss lückenlos aufgeklärt und für die Zukunft ausgeschlossen werden."

Quelle: http://www.dielinke-bremerhaven.de/politik/aktuelles/detail/artikel/behoerdenversagen-mit-blutigem-ausgang/