23. Januar 2017

Gemeinsam für Umverteilung!

Nach einer Umfrage möchte eine Mehrheit der Menschen in Bremerhaven, dass ihre Stadt aus dem Bundesland Bremen aussteigt und ihr Glück in Niedersachsen sucht.

Über diese Art von "Brexit" wird wieder einmal heftig debattiert. Zum soundsovielten Mal werden vermeintliche und tatsächliche Beziehungsstörungen im Zusammenleben der Menschen in Bremen und Bremerhaven rauf und runter analysiert. Ein Thema, bei dem alle mitreden und ihren Frust loswerden können, das aber auch in die Irre führt.

Herbert Winter, Stadtverordneter der LINKEN, erklärt dazu: "Der Unterhaltungswert solcher Debatten mag groß sein. Aber keines unserer drängenden Probleme wird dadurch gelöst. Die Grenze verläuft nicht zwischen den Menschen der beiden Schwesterstädte, sondern zwischen oben und unten, zwischen arm und reich. Das Land Bremen ist Spitzenreiter in Sachen Armut und hat gleichzeitig 160 Einkommens - Millionäre. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl von Vermögensmillionären, die nicht besteuert werden und deshalb nicht statistisch erfasst sind. Nirgendwo gibt es gemessen an der Bevölkerungszahl so viele Reiche, aber auch nirgendwo so viele Arme. Nirgendwo ist die Pro-Kopf-Verschuldung höher. Etwa ein Viertel der Menschen in Bremerhaven gilt als arm. Die Kinderarmut liegt sogar bei über 40 Prozent. Wir brauchen endlich eine gesellschaftliche Umverteilung von oben nach unten. Reichtum muss angemessen besteuert und Benachteiligte müssen besser unterstützt werden. Auch auf Landesebene lassen sich Entscheidungen treffen, die die Lage vieler Menschen verbessern können z.B. in Hinblick auf Wohnungsbau, Bildung, Arbeitsplätze und das Verhalten der Jobcenter gegenüber arbeitsuchenden und leistungsberechtigten Menschen. Dann klappt es auch wieder zwischen den ungleichen Schwesterstädten."