7. Februar 2017 Günter Matthiessen

Mehr für Kinder und Jugendliche! Kürzungen zurücknehmen!

Foto: G. Matthiessen

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Die in Bremerhaven beschlossenen Kürzungen im Bereich der Jugendarbeit haben weitreichende Folgen für die betroffenen Jugendverbände.

Kürzlich veröffentlichte das Kinderhilfswerk seinen „Kinderreport 2017“. In einer dazugehörigen Umfrage erklärten zwei Drittel der befragten Erwachsenen, dass sie den Kindern und Jugendlichen zutrauen, später Verantwortung für unsere demokratische Gesellschaft zu übernehmen. 80% der befragten Kinder und Jugendlichen möchten mehr gehört werden, und zwar als Partner in der Gesellschaft und nicht als Betreuungsfälle. 92% aller Erwachsenen wollen, dass mehr Geld in Kinder- und Jugendarbeit fließen soll! In Bremerhaven - mit Lehe als ärmsten Stadtteil Deutschlands, einer alarmierend hohen Kinderarmut von 40% sowie vielen geflüchteten Familien - passiert gerade das Gegenteil. Jugendverbände, die sich mit großem Engagement gerade auch für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche stark machen und mit vielfältigen Aktivitäten und Ideen außerschulische Bildungs- und Sozialarbeit leisten, müssen unter den Kürzungen der städtischen Mittel leiden. Die Stadt kürzt beim Personal, also bei den Jugendbildungsreferenten von Stadtjugendring, Falken sowie Arbeit und Leben, was erhebliche Stundenreduzierungen zur Folge hat.

Herbert Winter, Stadtverordneter der LINKEN, erklärt dazu: „ Eine solche Verschlechterung der Kinder- und Jugendarbeit ist nicht hinnehmbar. Die kürzlich im Haus der Jugend durchgeführte Kinderkonferenz hat anschaulich gezeigt, was Kinder in unserer Stadt brauchen und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Das Kürzen muss ein Ende haben. Kinder sind unsere Zukunft. Und in diese muss man mutig investieren!“

Günter Matthiessen, Stadtverordneter der LINKEN ergänzt: "Die Haushaltsmittel werden in allen Bereichen seit Jahren immer wieder gekürzt. Es ist jetzt ein Zustand erreicht, wo die vielfältigen Aufgaben mit den dann gekürzten Stellen nicht mehr zu bewältigen sind. Die Folgen sind schwerwiegender als die Erhöhung von Schulden durch Aufnahme weiterer Kredite. Deutschland ist ein reiches Land - aber von dem Reichtum haben in den letzten 20 Jahren die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung ihren Anteil von über 40 % auf über 60 Prozent erhöht - zu Lasten der großen Mehrheit der Bevölkerung und zu Lasten der Länder und Kommunen, die damit ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Dieses trifft in immer stärkeren Maße den Bereich Jugend, Bildung und Kultur."

Günter Matthiessen