24. August 2016

Gruppenverdichtung ist keine Lösung für das Problem mangelnder Kitaplätze, weder in Bremen noch in Bremerhaven

Zur Schaffung dringend benötigter Kita-Plätze wird in Bremen und Bremerhaven auf die Vergrößerung von Gruppengrößen gesetzt. Zuletzt bestätigte auch der Magistrat Bremerhaven, diesen Weg der kurzfristigen Abhilfe zu gehen. Für Sofia Leonidakis, kinderpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, steht dieser Ansatz für die Konzeptlosigkeit von Senat und Magistrat zur Kita-Frage: 

„In beiden Städten ist der eklatante Platzmangel Folge dessen, dass der Senat über Jahre den Fuß auf der Ausbaubremse hatte, anstatt frühzeitig jeweils in eine zukunftsfähige Kita-Infrastruktur zu investieren. Er hat versäumt, den Ausbau zu finanzieren und damit verhindert, dass Gebäude gebaut oder instand gehalten werden. Und er hat vielen Interessenbekundungen Absagen erteilt, um die laufenden Kosten zu umgehen.“ 

Günter Matthiessen, Mitglied der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung für DIE LINKE, kommentiert: „Das jetzige Desaster ist in beiden Städten hausgemacht. Der Senat als Landesregierung und der Magistrat von Bremerhaven tragen eine Mitverantwortung. Das jahrelange Spardiktat bekommen jetzt die Kinder, Eltern, Alleinerziehenden und Beschäftigten am eigenen Leib zu spüren. Über 2000 fehlende Betreuungsplätze in Bremen und 200 in Bremerhaven sind keine abstrakte Größe. Hinter jedem einzelnen fehlenden Platz steht eine familiäre Härtesituation, inklusive aufgegebener Jobs, vor allem zulasten der Frauen und Kinder.“ 

Leonidakis abschließend: „Der Senat muss seine beiden Kommunen jetzt dringend in die Lage versetzen, hochwertige Betreuungsplätze umgehend auszubauen und bessere Übergangslösungen zu finden. Da alles Mahnen bisher wenig geholfen hat, werden Klagen von betroffenen Eltern dem Senat hoffentlich zur notwendigen Motivation verhelfen. Ich empfehle auch den Bremerhavener Eltern, den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung nötigenfalls einzuklagen. Gruppenvergrößerungen hingegen sind kontraproduktiv. In Anbetracht der steigenden Anforderungen an die Einrichtungen, mit Fragen von Inklusion, Integration und sozialer Spaltung umzugehen, ist das der falsche Weg.“