8. Juni 2016

Der Gesamthafenbetriebsverein muss auch im Logistikbereich der führende Personalanbieter sein: GHBV erhalten und stärken

Bis zu 450 Arbeitsplätze im Logistikbereich des Gesamthafenbetriebsvereins Bremen (GHBV) sind akut bedroht. Grund ist nicht etwa, dass konjunkturell bedingt die Arbeit fehlen würde. Vielmehr weicht die BLG Logistics als größter Bezieher von Personaldienstleistungen des GBHV immer stärker auf private Leiharbeitsfirmen aus. Über 20 verschiedene Leiharbeitsfirmen sind inzwischen vertreten. Auch ein erheblicher Einsatz von mobilen Arbeitskräften aus EU-Ländern ist zu beobachten.

Die BLG begründet die zunehmende Bevorzugung privater Leiharbeitsfirmen gegenüber dem GHBV mit deren höherer „Flexibilität“ in der Arbeitskraftversorgung. Dabei kommt der GHBV den Bedürfnissen der BLG mit einer entsprechenden Betriebsvereinbarung weit entgegen.

Die Stundenlöhne beim GHBV sind in den letzten acht Jahren mehrfach abgesenkt worden. Wenn für die harte und meist hochverdichtete Arbeit der Logistikbeschäftigten Löhne gezahlt werden, deren Abstand zum Mindestlohn nur noch gering ist, dann stimmt etwas nicht. Als öffentliches Unternehmen darf die BLG sich nicht allein daran ausrichten, Arbeit so billig und flexibel wie möglich zu bekommen.

Der GHBV leistet unverändert einen wichtigen Beitrag zu stabileren Beschäftigungsbedingungen für die Hafenarbeiter und zu einer nachhaltigen Hafenentwicklung für die Region. Er kann und soll diese Rolle auch im Logistikbereich spielen. Zusätzlich verfügt der GHBV über wichtige Potenziale im Ausbildungsbereich, bei der Qualifizierung von Beschäftigten und bei der Erwerbsintegration.

Mit einem Antrag soll die Bürgerschaft den Senat unter anderem auffordern, sich in seiner Eigenschaft als Mehrheitseigentümer der BLG dafür einzusetzen, den GHBV auch im Logistikbereich als führenden Personalanbieter zu erhalten, die Personalversorgung durch private Leiharbeitsfirmen zurückzudrängen und dadurch die drohenden Massenentlassungen beim GHBV abzuwenden.

Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den kompletten Antragstext einsehen möchten.