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2. Mai 2017

Keine militärischen Spektakel im öffentlichen Raum

Foto-Quelle: www.pixabay.com/de/staatsakt-genscher-hans-dietrich-1339306/

DIE LINKE protestiert gegen die öffentliche Vereidigung am 3. Mai im Schaufenster Fischereihafen. Zum wiederholten Male wird hier versucht, durch die Darstellung von militärischen Zeremonien im öffentlichen Raum Werbung für das Militär zu machen.

Hierzu Günter Matthiessen, Stadtverordneter der LINKEN: „Wir lehnen die Zurschaustellung von militärischen Zeremonien im öffentlichen Raum ab. Dieses stammt noch aus der Zeit des Kaiserreichs – und des Nazi-Reichs. Gerade Bremerhaven hat hier eine unrühmliche Geschichte. Zu erinnern ist an die „Hunnenrede“ Kaiser Wilhelms II 1900 in Bremerhaven zur Verabschiedung des deutschen Kontingents einer imperialistischen Truppe aus sechs europäischen Staaten, den USA und Japan, die den chinesischen Widerstand gegen die imperialistische Intervention in China brechen sollte. Weiterhin fuhren von den Nordsee-Häfen Bremerhaven und Wilhelmshaven die Schiffe zur Unterdrückung der Bevölkerung in den deutschen Kolonien, z.B. zum Völkermord gegen die Hereros und Namas in Südwest-Afrika.

Aber es geht nicht nur um Anknüpfungen an die unrühmliche Vergangenheit des Imperialismus. Die LINKE verurteilt ebenso die Werbung der Bundeswehr an Schulen. Hierzu Ingo Rehmke, Sprecher der LINKEN im Kreisverband Bremerhaven: „Die Bundeswehr wirbt an Schulen auch Minderjährige an, entgegen einer weltweiten Aktion der UNICEF gegen das Anwerben von Kindersoldaten. Sie stellt sich als normalen Arbeitgeber dar, ohne die tödlichen Risiken der Soldat*innen aufzuzeigen. Auch in den Werbeanzeigen der BW wird dieser Aspekt dieses eben nicht normalen Berufs verschwiegen.

Weitere Kritik kommt vom Bremer Friedensforum wegen der zunehmenden Rolle Bremerhavens im Konflikt zwischen der NATO und Russland. Ekkehard Lentz, Sprecher des Bremer Friedensforums: "Heute dient Bremerhaven als Umschlagplatz für Militärgüter der US-Army, die auf dem Landweg an die russische Grenze befördert werden. Dagegen haben bereits am 7. Januar mehrere hundert Menschen in der Seestadt demonstriert."