7. Juni 2017

DIE LINKE protestiert gegen Schulfahrt mit der Bundeswehr

Am Donnerstag, dem 8. Juni werden Schüler der Oberschule Geestemünde mit Fahrzeugen der Bundeswehr nach Nordholz gefahren. Ziel ist, dass „unsere Schülerinnen und Schüler sich einen Eindruck über unterschiedliche Ausbildungsmöglichkeiten verschaffen können und ggf. bei ihrer Berufswahl unterstützt werden." Es handelt sich um eine Schulveranstaltung.

Ingo Rehmke, Sprecher der LINKEN im Kreisverband Bremerhaven wiederholt seine Position zur Werbung der Bundeswehr unter Kindern: „Die Bundeswehr wirbt weiterhin an Schulen auch Minderjährige an, entgegen einer weltweiten Aktion der UNICEF gegen das Anwerben von Kindersoldaten. Sie stellt sich als normalen Arbeitgeber dar, ohne die tödlichen Risiken der Soldat*innen aufzuzeigen. Auch in den Werbeanzeigen der BW wird dieser Aspekt dieses eben nicht normalen Berufs verschwiegen."

Hierzu gibt es inzwischen über 30.000 Unterzeichner eines Appells an die Verteidigungsministerin, der wie folgt auf das Problem aufmerksam macht: „Als Unterzeichner der UN-Kinderrechtskonvention und seiner Zusatzprotokolle hat sich die Bundesrepublik Deutschland zum besonderen Schutz des Wohls von Kindern und Jugendlichen verpflichtet. Dies kollidiert laut Ansicht des „UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes" mit der aktuellen Rekrutierungspraxis der Bundeswehr: Die Bundeswehr wirbt gezielt an Schulen und im öffentlichen Raum um die Gunst von Kindern und Jugendlichen. Dabei können die jungen Menschen kaum ermessen, wie es wirklich als Soldat ist. Dennoch treten jährlich über 1.000 unter 18-Jährige in die Bundeswehr ein. Damit ist Deutschland eines von wenigen Ländern weltweit, die Minderjährige in ihre Armeen aufnehmen." (Quelle: unter18nie.de)

Hierzu Günter Matthiessen, Stadtverordneter der LINKEN: „Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, die somit in aller Regel noch keine 18 Jahre alt sind, sollen hier schon für eine Ausbildung im militärischen Bereich gewonnen werden. Dieses ist der falsche Weg. Wir brauchen mehr Ausbildungsplätze im zivilen Bereich."