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24. März 2011

DIE LINKE Bremerhaven unterstützt die Bürgerinnen und Bürger - Keinen Hafentunnel in Bremerhaven

Jörn Schwalbach

 

Bürger von Schilda hör mal zu, Holm´s Esel das bist Du!

Auf der Info-Veranstaltung zum Planfeststellungsverfahren des Hafentunnels am 22.3.2011 in der Aula des Schulzentrum Geschwister Scholl wurde deutlich wie tief der Frust der Bürger sitzt.

In einer Selbstherrlichkeit, das es einem auf den Magen schlägt, wurden die Bürger über die theoretischen Ein und Widerspruchsverfahren aufgeklärt. Durch einen professionellen Moderator geleitet kam man von Streitpunkt zu Streitpunkt, alle relevanten Faktoren stießen auf Widerstand.

Angefangen bei der Sicherheit des Tunnelbauwerks, das mit einem fragwürdigen Sicherheitskonzept ausgestattet ist, mit seinen merkwürdig angeordneten Fluchttreppenhäusern die nicht einmal über einen Aufzug verfügen um Gehbehinderten die Flucht aus dem Tunnel zu ermöglichen. Auch die Finanzierung, die nach unserer Meinung gleich aus mehreren Gründen nicht gesichert ist, bereitet den Bürgern Kopfschmerzen. 7,25 Mio. Euro soll der Anteil Bremerhavens am Hafentunnel sein, einen entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gibt es bislang nicht. Ein Vertreter der Hafenwirtschaft, der seinen Namen nicht nannte, bekräftigte den Wunsch zu dem Vorhaben 15 Mio. von der Wirtschaft einzusammeln. Auf meine Frage, ob es dafür Garantien gibt, schwieg er lieber.

Auch meine Frage ob bei einer Kostensteigerung des Gesamtvorhabens der Anteil Bremerhavens steigen würde ließ Herr Baustadtrat Holm, mit vielen Worten drum herum, leider unbeantwortet.

Vieles liegt im Argen bei der sogenannten Vorzugsvariante. Es stellt sich die Frage nach der Verkehrssicherheit am westlichen Tunnelausgang - dort werden Fahrzeuge mit ca. 50 bis 60 km/h den Tunnel verlassen, direkt nach erreichen der Normalhöhe wird es eine Zuleitung des Verkehres von der östlich liegenden Cherbourger Straße geben. Autos, die aus der Stadt in Richtung Hafen fahrend kommen, sind warte pflichtig. Das heißt, dass der Tunnelverkehr Vorfahrt hat.“ Es gibt 100 m Sichtbeziehung“ sagte Dr. Gudehus vom Stadtplanungsamt, “ es besteht also besteht keine Gefahr für den einfädelnden Verkehr“.

Ich sehe das völlig anders. Der einfädelnde Verkehr wird am Vorfahrtachtenzeichen komplett anhalten müssen. Sollte sich in der Rushhour zu den Schichtwechselzeiten auch nur einer mit den Geschwindigkeiten verschätzen bzw. überschätzen gibt es an der Stelle fürchterliche Unfälle.

Es ist ebenfalls zu erwarten das sich an der Einfädelspur lange Schlangen bilden wenn es im Tunnel voll ist, denn wie gesagt der ruhende Verkehr wird es schwer haben in den fliesenden Verkehr einzurücken. Einen Beschleunigungsstreifen oder eine Strecke parallel geführter Straßen, die das einfädeln erleichtern, gibt es aus Platzgründen nicht. Es stößt so viel sauer auf, dass kaum alles erwähnt werden kann. Angst vor Lärm, Erschütterungen, Luftverschmutzung und vor dem Wertverlust der anliegenden Häuser treiben die Bürger weiter an, sich gegen den Hafentunnel zur Wehr zusetzten.

DIE LINKE ist an der Seite der Tunnelgegner, es bleibt zu hoffen dass den Verantwortlichen von SPD/CDU am 22.Mai bei den Wahlen die entsprechende Quittung ausgestellt wird.

Auch wir sehen ein dass der jetzige Zustand auf der Cherbourger Straße unhaltbar ist. Wir favorisieren als ersten Schritt die Nordumgehung. Darüber hinaus diskutieren wir eine völlig andere Tunnelvariante die eine wirkliche Verbesserung der Situation verspricht.

Jörn Schwalbach Spitzenkandidat der Partei DIE LINKE für die Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven.