11. Februar 2018

Kein Werben für‘s Sterben!

Am 12 Februar 2002 trat das Zusatzprotokoll über die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten zur UN Kinderrechtskonvention in Kraft. Auch Deutschland hat dieses ratifiziert.

„In Deutschland werden trotz der Aufforderung des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes, die Werbung von Jugendlichen zur Bundeswehr zu unterlassen, immer mehr Minderjährige angeworben.“ erklärt dazu Silja Rehmke, Sprecherin der LINKEN.Bremerhaven. So hat sich die Zahl der Jugendlichen in der Bundeswehr seit Wegfall der Wehrpflicht auf 2128 verdreifacht.

Mit aggressiver Werbung u.a. auf YouTube, Facebook und in Schulen werden auch gezielt Jugendliche angesprochen – ohne dabei einen Aspekt dieses „normalen Arbeitgebers“ zu erwähnen: Soldaten sterben, werden verstümmelt und schwer traumatisiert.

Aber nicht nur bei Auslandseinsätzen sind junge Menschen in der Bundeswehr gefährdet: Für das Jahr 2017 wurden 234 Verdachtsfälle auf sexuelle Belästigung erfasst, darunter 14 Fälle von Vergewaltigung bzw. versuchter Vergewaltigung.

Ingo Rehmke, Sprecher der LINKEN: „Nach einer Studie des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr von 2014 wurden über die Hälfte aller befragten Soldatinnen in der Bundeswehr sexuell belästigt.“

Da jedes Jahr rund 500 Mädchen im Alter von 17 Jahren von der Bundeswehr eingestellt werden, ist davon auszugehen, dass ein erheblicher Anteil von ihnen entsprechende negative Erfahrungen macht.

„Wir fordern ein Ende der Werbung von Minderjährigen zur Bundeswehr. Werbekampagnen, die sich gezielt an Jugendliche wenden, müssen beendet werden.“ sagt dazu Tom Langensiepen von der linksjugend. Bremerhaven-Cuxland, „Wir werden dazu am Montag dem 12. Februar um 16 Uhr mit einer Aktion vor dem Rekrutierungsbüro der Bundeswehr in der Bgm-Smidt-Str.auf diese Praxis aufmerksam machen. Weltweit werden tausende Kinder zum Kriegsdienst gezwungen. Deutschland sollte sich endlich an die Forderung der UN halten und hier eine Vorbildfunktion einnehmen.“