21. April 2017

Neonatologie in Reinkenheide: Wirklich weiter so mit AMEOS?

Unter dem Titel "Gebärfreudiges Bremerhaven" berichtet die Nordsee-Zeitung am 19.04.2017, dass die Zahl der Geburten im städtischen Klinikum in Bremerhaven Reinkenheide in diesem Jahr auf über 2000 steigen wird. Die dortige Neonatologie Station, die in Kooperation mit dem privaten AMEOS Klinikum Am Bürgerpark betrieben wird, stellt dabei auch die medizinische und pflegerische Versorgung frühgeborener Kinder und anderer komplizierter Fälle sicher.  Diese Zusammenarbeit sei "vorbildlich" und sollte "aus Sicht der Stadt unbedingt bestehen bleiben", meint Oberbürgermeister Melf Grantz.

Petra Brand, Stadtverordnete der LINKEN, erklärt dazu: "Bei aller Freude über die steigenden Geburtenzahlen in Bremerhaven Reinkenheide darf man nicht vergessen, dass die dortige Neonatologie auch eine Schattenseite hat. Die sogenannte Wand-an-Wand-Lösung zwischen einem städtischem und einem privaten Klinikum belastet vor allem die Beschäftigten von AMEOS. Als Angestellte eines privaten Krankenhauskonzerns ohnehin in vielerlei Hinsicht schlechter gestellt als ihre städtischen Kolleg*innen, müssen sie obendrein zwischen den Einrichtungen pendeln und sind einem enormen zusätzlichen Stress ausgesetzt. Daran ist nichts vorbildlich. Die schlechten Arbeitsbedingungen bei AMEOS sollten sich inzwischen auch zum Oberbürgermeister herumgesprochen haben. Ein  "weiter so!"  ist nicht zu vertreten! Das Klinikum Reinkenheide muss eine eigene Neonatologie erhalten. Die Stadt Bremerhaven muss sich dringend für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den AMEOS Kliniken einsetzen. Im Interesse von Patient*innen und Mitarbeiter*innen gehören alle Krankenhäuser in öffentliche Hand!"