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Bildungsgerechtigkeit für Bremerhaven

In Bremerhaven bestehen weiterhin erhebliche Probleme die Schüler*innen der Stadt mit Tablets für das „Homeschooling“ zu versorgen. Die Schulbehörde begründet diese Verzögerung mit einem Mangel an fehlenden Schutzhüllen für die Tablets. Dies wirkt wie ein hilfloser Erklärungsversuch für das Problem und die Verzögerung bei der Auslieferung der Tablets ist kein tragbarer Zustand. Es muss schnellstens Abhilfe geschaffen werden!

Die Pandemie hat unser Leben seit Anfang März radikal verändert. Das Virus entfaltet eine enorme Zerstörungswirkung auf den Alltag vieler Menschen und legt auch gesellschaftliche Missstände bloß. Schulen sind dabei, aufgrund ihrer Struktur, in ihren Abläufen besonders eingeschränkt. Die Herausforderungen, die durch die Pandemie an die Bildungseinrichtungen entstanden sind, führen zu einem enormen Anpassungsdruck. Guter Unterricht ist nur unter größtem Kraftaufwand aller Beteiligten zu leisten und stets besteht die Gefahr ins „Homeschooling“ zurückkehren zu müssen.

Betrachtet man die neusten Zahlen, befinden sich bundesweit aktuell 300.000 Schüler*innen und 30.000 Lehrer*innen in Quarantäne. Diese Zahlen machen deutlich, dass ein tragfähiges Konzept, auch für Bremerhavens Schulen, unerlässlich ist. Daher, so Muhlis Kocaaga: „muss sichergestellt sein, dass alle Schüler*innen Zugang zu den digitalen Lernangeboten haben. Denn diejenigen, die nicht über die technischen Mittel verfügen, werden bei ausbleibender Unterstützung de facto von der Teilnahme am digitalen Lernen ausgeschlossen. Über die gute digitale Versorgung hinaus muss sichergestellt werden, dass alle Schüler*innen mit der nötigen Kompetenz, die das digitale Lernen erfordert, ausgestattet werden.“

Das heißt, neben der Zurverfügungstellung von Tablets, muss digitales Lernens als Kulturtechnik etabliert werden. Das macht eine qualifizierte Anleitung durch gut ausgebildetes und ausreichendes Personal erforderlich. Darüber hinaus wäre es sinnvoll der Forderung nach „Halbgruppen“ nachzukommen. Dies würde es massiv erleichtern, die neuen Techniken an die Schüler*innen weiterzugeben. So wäre diesen in Zukunft ein kompetenter Umgang mit den digitalen Lerninhalten möglich. Bildungsungleichheit ist kein Phänomen der Pandemie, läuft durch sie aber Gefahr sich weiter zu verfestigen. Für Bremerhavens Schüler*innen, die im Homeschooling einen erhöhten Förder-und Unterstützungsbedarf haben, zeichnet sich nun zum wiederholten Mal ab, dass gleichberechtigte Teilhabe an Bildung nahezu unmöglich ist. Der Status quo könnte höchstwahrscheinlich ein anderer sein, wenn die vergangenen Monate intensiv dazu genutzt worden wären eine digitale Bildungsinfrastruktur aufzubauen.

„Es darf nicht sein“, so Muhlis Kocaaga, „dass soziale und ethnische Herkunft weiterhin über die Bildungschancen entscheiden. Die Bildungsbehörden sollten der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, Art. 26/ Bremer Landesverfassung, Art. 26 gerecht werden und Chancengleichheit möglich machen“.