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Kinderarmut muss abgeschafft werden

Bremerhaven ist vom Strukturwandel mehr betroffen als die meisten anderen Regionen Deutschlands. Mit dem Strukturwandel ist ein Verlust von Arbeitsplätzen einhergegangen, aber erst der Um- und Abbau der Sozialleistungen im Rahmen von Hartz IV, hat der Armutsentwicklung in unserem Land Tür und Tor geöffnet. Derzeit leben 2,8 Millionen Kinder in der Bundesrepublik in Armut. Der Anteil der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen erfährt dabei deutliche regionale Unterschiede. Der neusten Bertelsmann-Studie¹ zufolge beträgt der Anteil von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, die in Bremerhaven in Armut leben nach wie vor 35,2 %. Für Bremen ergibt sich ein Prozentsatz von 30,8%. Dieser wird im bundesweiten Vergleich lediglich noch von Berlin (31,8 %) übertroffen.

„Diese Zahlen“, so Muhlis Kocaaga, Fraktionsmitglied DIE LINKE in der StVV Bremerhaven, „sind alarmierend und fordern die Politik eines reichen Landes wie Deutschland zum Handeln auf. Kinderarmut ist die Folge eines Gerechtigkeitsproblems und kann daher nur auf struktureller Ebene abgeschafft werden.“ Weiterhin werden Gut- und Spitzenverdiener*innen, auf Grund des Steuersystems, finanziell bevorteilt. Dies führt dazu, dass Kinder, in Abhängigkeit zur elterlichen Erwerbssituation, finanziell ungleich gefördert werden.

Das Leben von Kindern und Jugendlichen, die in Armut aufwachsen, wird laut Bertelsmann-Studie von Scham und Begrenzung bestimmt und führt dazu, dass Kinder und Jugendliche sich in unserer Gesellschaft unsicher fühlen, häufiger ausgegrenzt werden und häufiger unter sozialen und psychischen Belastungen leiden. Laut Muhlis Kocaaga sind dies nur einige wenige Bespiele, denen es entgegenzutreten gilt. Auf der Homepage des Bundesministeriums für Kinder und Jugend ist formuliert, dass „Kinder das Recht auf ein gutes Aufwachsen und gleiche Chancen -unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion und sozialem Status“ haben. Diesem Anliegen muss die Politik jetzt gerecht werden.

Daher befürwortet Muhlis Kocaaga die Forderung des Bündnisses „Kindergrundsicherung Jetzt“ nach einer Kindergrundsicherung von 637 Euro monatlich. Kinder, unter 6 Jahren, erhalten bisher 250 €, 6- bis einschließlich 14-Jährige erhalten 308 € und Jugendliche in einem Alter von 15 Jahren bis 17 Jahren erhalten 328 € monatlich. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf die uneingeschränkte Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe, ganz unabhängig davon, ob der Tourismus in der jeweiligen Region boomt oder neue qualifizierte Stellen geschaffen werden. Wir brauchen einen mutigen politischen Willen, Kinder und Jugendliche aus der Armutsspirale zu befreien. Dies muss über eine, wenn auch ehrenvoll gemeinte, kostenfreie Mahlzeit am Tag weit hinausgehen.

Quelle: 1 www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/familie-und-bildung-politikvom-kind-aus-denken/publikationen


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