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Sportler putzen Stolpersteine

Schon Jahre vor dem Krieg wurden Widerständler verfolgt und umgebracht.
An die Widerstandskämpfer Minna und Paul Rattay erinnern gut versteckte Stolpersteine auf der „Bürger“.

Viele  Freizeitsportler müssen ja wegen Corona auf Hallensport und Schwimmbäder verzichten. Sind sie aber zur Untätigkeit verdammt? Mitnichten. In diesem Jahr hatten sich einige vorgenommen, zum Gedenken an die „Reichspogrom-Nacht“ die Stolpersteine zu putzen, die überall in der Stadt an die Menschen erinnern, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors wurden. Es war für alle die Gelegenheit, an der frischen Luft ein sinnvolles Werk zu tun.

Das Schicksal der deportierten und ermordeten Menschen rief dieses schreckliche Kapitel der deutschen Geschichte eindrücklich in Erinnerung. Daran zu gemahnen ist gerade heute auch in Bremerhaven wieder wichtig, wie die Reichskriegsflaggen auf dem Theodor-Heuss-Platz am 17. Oktober gezeigt haben.

Manche Passanten gingen achtlos vorbei, aber es gab auch interessante Begegnungen. Aus diesem Haus kam uns eine Bewohnerin entgegen, fragte freundlich nach unserem Tun, hatte sich aber noch nie Gedanken darüber gemacht, was dieser Stein vor ihrer Haustür bedeutet.

Auf der Einkaufsmeile "Bürger" hatten wir unsere liebe Mühe mit dem Auffinden der Stolpersteine und haben in den umliegenden Geschäften gefragt. Auch dort war man freundlich, wenn auch vergebens, bemüht uns zu helfen. Schließlich fanden wir die Steine auf dem Gehweg, zwischen Klamotten-Ständern.

Darauf aufmerksam gemacht, versicherten das Kulturamt und der Verband "City-Skipper", umgehend für Abhilfe sorgen zu wollen.  "Auf keinen Fall dürfen diese wichtigen Erinnerungspunkte verdeckt werden", hieß es wörtlich.

Die Teilnehmer-innen der diesjährigen Aktion sind sich einig: das war eine gute Sache und sollte, jedes Jahr im November, zur festen Gewohnheit werden. Und warum gibt es in Bremerhaven immer noch kaum Straßen, die die Namen der Opfer statt jene der Täter tragen?

Helga Bories-Sawala und Rolf Sawala