Fünf Jahre Aufschub sind keine Lösung für Bremerhavens Bahnverkehr
Die Verschiebung der geplanten Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Bremen und Bremerhaven um mindestens fünf Jahre ist ein fatales Signal für die Verkehrsinfrastruktur im Nordwesten. Statt wie ursprünglich vorgesehen 2027 soll die umfassende Modernisierung frühestens 2032 beginnen. Damit müssen die Fahrgäste auf einer wichtigen Pendler- und Wirtschaftsverbindung länger als nötig auf eine verlässliche Verbesserung des Bahnverkehrs warten.
Muhlis Kocaağa, Abgeordneter für Die Linke in der Stadtverordnetenversammlung, erklärt dazu: „Dass die Verschiebung Bremerhaven während des 200. Jubiläums im kommenden Jahr zunächst entlastet, ist nachvollziehbar. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Probleme damit lediglich aufgeschoben werden. Die Menschen in Bremerhaven und entlang der Strecke brauchen eine Bahn, auf die sie sich verlassen können. Eine Verschiebung um fünf Jahre ist keine Lösung für die bestehenden Probleme.“
Kocaağa kritisiert die fehlende Priorisierung der Region und ergänzt dazu: „Es ist das falsche Signal für die Region, dass die Bahnstrecken im Nordwesten hinter anderen Sanierungsprojekten zurückstehen. Der Bund und die Deutsche Bahn müssen endlich verlässlich planen und sicherstellen, dass die Modernisierung nicht weiter aufgeschoben wird. Dabei geht es nicht nur um Pendlerinnen und Pendler, sondern auch um den Hafen, die regionale Wirtschaft und die Verkehrswende. Deshalb Bremerhaven braucht eine leistungsfähige Schienenanbindung früher als 2032.“

